Ausstellung

Zone*Interdite
04/02/06

Zone*Interdite von Christoph Wachter und Mathias Jud setzt sich mit militärischen Sperrgebieten auseinander. Neben der weltweiten Kartografierung solcher verbotener Zonen bilden 3D-Rundgänge durch den US-Stützpunkt in Guantánamo und ein islamistisches Trainingscamp im Sudan den Kern des Projekts.

Zone*Interdite verzeichnet täglich bis zu 3500 Besucher auf der Webseite. Im [plug.in] wird das vieldiskutierte Internetprojekt erstmals mit einer Ausstellung präsentiert. Die Autoren sind während dieser Zeit anwesend.


Zone*Interdite von Christoph Wachter und Mathias Jud setzt sich mit militärischen Sperrgebieten als Orte von Wahrnehmungsverboten auseinander. Seit 2000 sammeln die Künstler Informationen zu solchen verbotenen Zonen. Neben der weltweiten Kartografierung der Orte auf einer Online-Karte, die mit weiterführenden Informationen und Links angereichert ist, bilden 3D-Rundgänge durch den US-Stützpunkt in Guantánamo und ein islamistisches Trainingscamp im Sudan den Kern des Projekts.
Zone*Interdite verzeichnet täglich bis zu 3500 Besucher auf der Webseite. Im [plug.in] wird das vieldiskutierte Internetprojekt erstmals mit einer Ausstellung präsentiert. Die Autoren sind während dieser Zeit anwesend. In einer Art Kommandoposten des Internetprojekts sind die Besucher eingeladen, gemeinsam mit den Autoren an der Entdeckung, der Diskussion und der Erweiterung von Zone*Interdite mitzuwirken. In einer Präsentation am 30.3. sprechen Christoph Wachter und Mathias Jud über die Hintergründe von Zone*Interdite.

Zone*Interdite ist ein Kunstprojekt, das als Versuchsanordnung dient und für eigene Entdeckungen und Erforschungen offen steht.
Die Restricted Areas und die dafür erlassenen Verbote widersprechen den allgegenwärtigen, militärischen Machtdemonstrationen. Wir wenden jedoch intuitiv den Blick ab und tun so, als wären die verbotenen Zonen unsichtbar. Wir üben uns in partieller Blindheit. Sei es aus Patriotismus, Resignation oder durch banalste Gewöhnung.
Zone*Interdite macht uns zum Spion in eigener Mission. Zwar verrät man nicht sein Vaterland, die Dinge sind bereits sichtbar bei Google und Co., doch durch die erlangte Sichtbarkeit fliegt ein Komplott auf. In unserer Selbstvorstellung haben wir unsere partielle Blindheit forciert, weil wir glaubten, dass wir eine Wirklichkeit erfahren, wenn wir Teile unserer Wahrnehmung ausblenden. Statt der einfachen Sicht auf unser Umfeld haben wir die „richtige Sicht der Welt“ vorgenommen. Wir haben uns einem Tabu unterzogen, in dem wir wegsehen und uns blind stellen.

Hier interveniert Zone*Interdite, rekonstruiert das Terrain und drängt unsere Weltsicht über die Lückenhaftigkeit hinaus. Die Leerstellen auf der Landkarte und der blinde Fleck in unserer Wahrnehmung füllt Zone*Interdite wieder mit Bildern, mit der Vorstellungskraft, der Spekulation und der kritischen Befragung. Die tabuisierte Zone wird nun zum Terrain unseres Sehens und Denkens. Zone*Interdite erlaubt uns, eine kollektive Vorstellung, die Gesellschaftsordnung und unsere eigene Betrachtung zu reflektieren.