Living Pod, 2008 Foto: Dominique Lafond

Ausstellung

Ying Gao - Five Ways to Tell a Story about Fashion
01/17/09 bis 03/01/09

Die in China geborene kanadische Modedesignerin Ying Gao (*1973) erforscht spielerisch das ästhetische Potential der Schnittstelle von Mode, Kunst und Technologie. Dabei setzt sie Software konzeptuell zur Entwicklung ihrer Schnitte ein, bindet in einigen Arbeiten aber auch interaktive Technologien subtil in die Kleider ein. Es entstehen lebendige, flüchtige, beinahe fluide Formen und Strukturen, die sich kunstvoll inszenieren: eines ihrer Kleider reagiert mit pulsierenden Bewegungen, wenn es vom Schatten ins Licht kommt. Ein anderes scheint, von Klang- und Lufthauch berührt, fein zu atmen. Immer erzählen sie dabei eine Geschichte über sich selbst, und über die Mode.

Fünf Kleiderkollektionen, die eine Geschichte über die Mode auf fünf originelle Weisen erzählen, zeigt Ying Gao im [plug.in] in ihrer ersten Einzelausstellung ausserhalb von Kanada.

Die zwei interaktiven Arbeiten «Walking City» und «Living Pod» reagieren auf die Bewegungen und Reize ihres direkten Umfeldes. Inspiriert von den immateriellen Eigenheiten von Luft und Licht zerfliessen die Konturen und entfalten sich in immer neue Formvariationen, deren ästhetische Vielfalt sich der chinesischen Kunst des Papierfaltens verdankt. Dem Flüchtigen, Ungreifbaren wird so eine verspielte, poetische Form verliehen.

Die drei weiteren Kollektionen basieren auf der unkonventionellen Nutzung von Software. «Indice de lÂ’indifférence» wertete für Schnittmuster, Nahtlängen und -winkel die Anteile von Meinungsumfragen aus, bei denen die Befragten «egal» wählten. In «(uni)forms» kreierte eine Morphing-Software in Sekundenschnelle Uniformen – ohne Rücksicht auf soziale Konnotationen. «Swiss quality 1» (in Zusammenarbeit mit dem Designer Karl Latraverse) setzt sich in fünffacher Version mit den kulturellen Eigenheiten der Schweiz auseinander, die der Künstlerin bei ihrer Reise besonders auffielen, wobei sich die ästhetische Form von der textilen Materialität inspirieren lässt.

So leicht und spielerisch die Kleider auch anmuten mögen, sie reflektieren die Transformationen der physischen und sozialen Umwelt, hinterfragen aber auch kritisch heutige Konventionen innerhalb des Systems «Mode». Die Dynamik von Ying Gaos textilen Geschöpfen, ihre poetische Verwandlung, Entfaltung und Kontraktion, ihre verspielte Leichtigkeit und Flüchtigkeit artikulieren eine graziöse ästhetische Sprache. Eine Sprache, welche Geschichten über die Mode auf neue, faszinierende Weisen spielerisch zu erzählen weiss.

Kuratiert von Céline Studer, in Zusammenarbeit mit Doris Gassert.
Herzlichen Dank an Sabine Seymour.

Mit grosszügiger Unterstützung von:
Hulda & Gustav Zumsteg-Stiftung

Stoffsponsoring «Swiss quality 1»:
TVS Textilverband Schweiz
JAKOB SCHLAEPFER
Hausammann + Moos AG
Mitloedi Textildruck AG
Schoeller Textil AG
Sefar AG