Ausstellung

Kristin Lucas
06/29/03

Celebration for Breaking Routine

Die Solo-Ausstellung der New Yorker Künstlerin im [plug.in] besteht aus zwei neuen Arbeiten, in welchen sie auf unterschiedliche Art Zukunftsvisionen ins Blickfeld rückt: "Supervision" (Video 2003) und "Celebration for Breaking Routine" (Installation 2003).

Üblicherweise sind es Experten, Architekten, Autoren oder Regisseure, deren Zukunfts visionen unsere Wahrnehmung der Realität bestimmen. Sie nähren zuweilen optimistische Hoffnungen oder treiben den Drang an, sich des Unbekannten zu bemächtigen, ungeachtet der Konsequenzen unserer Handlungen. Kristin Lucas bricht feierlich mit dieser Gewohnheit und regt andere Leute an, ihre Zukunftsvisionen zu formulieren, und zwar Leute, welche diese Zukunft vor sich haben: Junge Frauen, welche Musik als ihr Ausdrucksmittel gewählt haben ("Celebration for Breaking Routine"), respektive junge Familien ("Supervision").

"Celebration for Breaking Routine"
"Celebration for Breaking Routine" entsteht aus der Zusammenarbeit zwischen Kristin Lucas und Girl-Bands aus verschiedenen Städten, welche von der Künstlerin beauftragt werden, einen Song über ihre Vision der Zukunft zu schreiben. Manchmal wehmütig, manchmal energievoll und überschwänglich beschreiben die Musikstücke die Zukunftsvorstellungen der jungen Frauen, ihre Besorgnis über die Entwicklung der Umwelt und der globalen Politik aber auch ihre ganz persönlichen Träume und Hoffnungen. Kristin Lucas inszeniert die Musikstücke auf einer Karaoke-Bühne, auf welcher die AusstellungsbesucherInnen selbst ins Rampenlicht stehen und die Lieder mitsingen können.

Musik: Flamingo 50, Exit 3, Venus (Liverpool) sowie zero2nine und DEW (Basel).

"Celebration for Breaking Routine" wurde initiiert von FACT Foundation for Art and Creative Technology, Liverpool.

Unterstützt durch X-Dream Music Basel

Supervision
Supervision ist ein neues Einkanal-Video Arbeit, welche zum ersten mal in [plug.in] gezeigt wird. Für den Film ging Lucas von Familienfotos und super-8 Filmen aus und bat eine befreundete Familie, ihre Visionen der Zukunft spontan für die Kamera der Künstlerin zu improvisieren. Thematisiert wurde dabei oftmals das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, die Liebe zur Natur aber auch deren Beherrschung, ja das Übertreffen der Natur mittels Technologie. So inszeniert eine Familie eine Art Küchen-Laboratorium, mit dem Vater als Arzt, der Mutter als mutierter Assistentin (bei welcher die operative Mutation schief gelaufen war), die Tochter als Patientin, welche sich einer Transformation von Menschen zu einem Leoparden unterzieht, und dem Sohn als zweitem Assistenten. Das Operations-Szenario veranschaulicht die Unzufriedenheit mit unserem alles andere als übermenschlichen Körper, und zeigt Visionen des Überflügelns des natürlichen menschlichen Mängelwesens durch phantastische technologische Aneignungen der Natur.